SEO Relaunch Checkliste: Technische Prüfung einer Website vor dem Relaunch mit Google Search Console und Screaming Frog

SEO Relaunch Checkliste: Traffic-Einbruch vermeiden

Kurz & kompakt: SEO Relaunch

Ein SEO Relaunch ist die gezielte Absicherung einer Website-Neugestaltung gegen Traffic- und Ranking-Verluste. Ohne SEO-Begleitung verlieren laut Branchenerfahrung 30–50 % aller Relaunches signifikant organischen Traffic – oft durch fehlende 301-Weiterleitungen, verlorene Inhalte oder kaputte interne Links. Eine strukturierte Checkliste mit Bestandsaufnahme, URL-Mapping, Content-Audit und Post-Launch-Monitoring ist der entscheidende Unterschied zwischen Relaunch-Erfolg und Ranking-Absturz.

Ein Website-Relaunch gehört zu den riskantesten Momenten im Leben einer Domain. Neues Design, neues CMS, neue URL-Struktur – und plötzlich sind Rankings weg, die Sie über Monate oder Jahre aufgebaut haben. Ich erlebe das in meiner SEO-Beratung regelmäßig: Unternehmen kommen zu mir, nachdem der Relaunch bereits live ist und der organische Traffic eingebrochen ist. Dann wird es teuer und dauert Monate, bis die alte Sichtbarkeit wiederhergestellt ist – wenn überhaupt.

Dieser Artikel gibt Ihnen die SEO-Relaunch-Checkliste, die ich selbst bei Kundenprojekten einsetze. Sie basiert auf meiner Erfahrung aus E-Commerce-SEO bei Skatedeluxe, der langfristigen Betreuung von natur.com und dem Aufbau meiner eigenen Domain von 0 auf über 192 Keywords in 9 Monaten. Inklusive der Rückschläge – denn auch ich habe erlebt, was passiert, wenn Google Seiten plötzlich deindexiert.

Was ist ein SEO Relaunch?

Ein SEO Relaunch bezeichnet die systematische Einbindung von Suchmaschinenoptimierung in alle Phasen einer Website-Neugestaltung – von der ersten Bestandsaufnahme bis zum Post-Launch-Monitoring. Ziel ist es, bestehende Rankings, Backlink-Signale und organischen Traffic zu erhalten oder zu verbessern, während Design, Technik oder Inhalte erneuert werden.

Der Unterschied zu einem „normalen" Relaunch: Beim SEO Relaunch bestimmt nicht das Design den Zeitplan, sondern die technische SEO-Planung. Erst wenn URL-Mapping, Weiterleitungen und Content-Migration stehen, geht es an die visuelle Umsetzung. Das klingt wie eine Einschränkung, ist aber in Wahrheit eine Versicherung: Sie schützen damit Monate an SEO-Arbeit vor einem einzigen schlecht geplanten Nachmittag.

Warum verlieren Websites nach einem Relaunch Traffic?

Die Ursache für einen Traffic-Einbruch nach dem Relaunch ist selten ein einzelner Fehler. Es ist fast immer eine Kombination aus Versäumnissen, die sich gegenseitig verstärken. Die häufigsten Auslöser, die ich in der Praxis sehe:

Fehlende oder fehlerhafte 301-Weiterleitungen. Das ist der Klassiker und mit Abstand die häufigste Ursache. Wenn sich URL-Strukturen ändern – etwa von /produkte/kategorie/produkt-name zu /shop/produkt-name – und keine Weiterleitungen eingerichtet werden, sieht Google die neuen URLs als völlig neue Seiten. Die alten Rankings? Weg. Die Backlinks, die auf die alten URLs zeigen? Wirkungslos. Google bestätigt offiziell, dass bei korrekten 301-Weiterleitungen kein PageRank verloren geht. Trotzdem vergessen es die meisten.

Content wird ohne Analyse gelöscht. „Die Seite brauchen wir nicht mehr" – und weg ist der Blogbeitrag, der 500 Besucher im Monat gebracht hat. Ich habe das bei meiner eigenen Domain erlebt: Als ich testweise Inhalte von der Startseite entfernt habe, sind meine Rankings innerhalb weniger Wochen eingebrochen. Erst als ich den Content wiederhergestellt habe, kamen die Positionen zurück. Die Lektion: Löschen Sie nie Inhalte, die Traffic bringen, ohne vorher die GSC-Daten zu prüfen.

SEO wird zu spät einbezogen. Das Design steht, die Entwicklung ist fast abgeschlossen, und dann fragt jemand: „Haben wir an SEO gedacht?" Zu diesem Zeitpunkt ist es für strukturelle Änderungen in der Regel zu spät. Die URL-Hierarchie ist festgelegt, die interne Verlinkung steht, und Weiterleitungen sind bestenfalls ein Nachgedanke.

Technische Fehler in der neuen Umgebung. Neue CMS-Systeme bringen neue Probleme mit: eine robots.txt, die versehentlich den gesamten Crawl blockiert, fehlende Canonical-Tags, kaputte XML-Sitemaps oder eine Staging-Umgebung, die noch auf noindex steht. Bei natur.com habe ich genau solche Probleme aufgedeckt – fehlende Canonicals und Duplicate Content durch Filter- und Sortierparameter, die ohne Weiteres hunderte unnötige URLs erzeugen.

Phase 1: Bestandsaufnahme – Was haben Sie zu verlieren?

Bevor Sie auch nur eine Zeile Code anfassen, brauchen Sie eine vollständige Dokumentation des Ist-Zustands. Diese Daten sind Ihr Sicherheitsnetz – sie zeigen Ihnen, was Sie schützen müssen, und dienen nach dem Relaunch als Vergleichswert.

Vollständiges URL-Inventar erstellen

Crawlen Sie Ihre gesamte Website mit einem Tool wie Screaming Frog oder Seobility und exportieren Sie jede indexierte URL. Ergänzen Sie diese Liste mit den Daten aus der Google Search Console (unter „Seiten"), denn dort finden Sie auch URLs, die Google kennt, die aber kein Crawler von außen erreicht. Vergessen Sie nicht: Eine Website mit nur 20 sichtbaren Seiten kann trotzdem hunderte URLs haben – WordPress etwa erstellt automatisch Tag-Seiten, Datumsarchive und manchmal eigene Seiten für Bilder.

Rankings und Traffic-Daten dokumentieren

Exportieren Sie aus der Google Search Console die Leistungsdaten der letzten 12–16 Monate, aufgeschlüsselt nach Seiten und Suchanfragen. Identifizieren Sie Ihre Top-Seiten – die 20 % der URLs, die 80 % des organischen Traffics bringen. Diese Seiten haben beim Relaunch absolute Priorität.

Meine Erfahrung: Bei meiner eigenen Domain tracke ich die Rankings mit Sistrix. Das gibt mir nicht nur aktuelle Positionen, sondern auch den historischen Verlauf des Sichtbarkeitsindex. Als mein SI im Dezember 2025 durch eine unerwartete Deindexierung einbrach, konnte ich anhand der Sistrix-Daten exakt nachvollziehen, welche Seiten betroffen waren und wie die Erholung verlief. Ohne diese Baseline wäre die Fehlersuche ein Blindflug gewesen.

Welche externen Links zeigen auf welche Seiten? Diese Information ist kritisch, denn Backlinks sind nicht übertragbar – wenn die Ziel-URL nach dem Relaunch nicht mehr existiert und keine Weiterleitung hat, verlieren Sie den gesamten Backlink-Wert. Nutzen Sie die Google Search Console (unter „Links") oder ein SEO-Tool wie Sistrix, um eine vollständige Liste zu exportieren.

Technische Baseline festhalten

Dokumentieren Sie Ihre aktuellen Core Web Vitals, Lighthouse-Scores und Ladezeiten. Nach dem Relaunch müssen diese Werte mindestens gehalten werden. Auf meiner eigenen Domain erreiche ich einen Lighthouse-Score von 96 und einen LCP von 1,5 Sekunden – das sind die Werte, die ich bei einem Relaunch als Minimum definieren würde.

Phase 2: URL-Mapping und Weiterleitungsstrategie

Das URL-Mapping ist das Herzstück eines SEO Relaunches. Hier entscheidet sich, ob Ihre Rankings den Umzug überleben oder nicht. Die Aufgabe ist im Kern einfach: Für jede alte URL definieren Sie die entsprechende neue URL und richten eine 301-Weiterleitung ein.

URL-Mapping-Tabelle erstellen

Erstellen Sie eine Tabelle mit mindestens diesen Spalten: alte URL, neue URL, HTTP-Statuscode (301), Priorität (basierend auf Traffic und Backlinks). Jede URL aus Ihrer Bestandsaufnahme muss hier auftauchen – keine Ausnahmen. Ich empfehle, die URLs nach Traffic absteigend zu sortieren. So stellen Sie sicher, dass die wichtigsten Seiten zuerst bearbeitet werden.

Ein Praxisbeispiel: Bei natur.com habe ich festgestellt, dass das eigene URL-Routing des Shops hunderte URLs erzeugt hatte, die durch Filter- und Sortierparameter entstanden waren. Ohne Redirect-Strategie hätte ein Relaunch all diese URLs ins Leere laufen lassen – inklusive der Backlinks, die auf einige dieser Seiten zeigten. Die Lösung war eine Kombination aus Canonical-Tags für die Filter-URLs und gezielten 301-Weiterleitungen für die wichtigsten Landingpages.

Weiterleitungsregeln definieren

Nicht jede alte URL braucht eine individuelle Weiterleitung. Es gibt drei Szenarien:

  • 1:1-Weiterleitung: Die alte URL hat ein direktes Pendant auf der neuen Seite. Richten Sie eine 301-Weiterleitung ein. Das ist der Idealfall.
  • Zusammenführung: Mehrere alte Seiten werden auf einer neuen Seite konsolidiert. Alle alten URLs leiten per 301 auf die neue Seite weiter. Das kann sogar Rankings stärken, wenn die neue Seite umfassender ist.
  • Ersatzloses Löschen: Die Seite hat keinen Traffic, keine Backlinks, kein Ranking. Nur in diesem Fall ist ein 410-Statuscode (Gone) vertretbar. Im Zweifel: lieber eine Weiterleitung zu viel als eine zu wenig.

Vermeiden Sie Redirect-Ketten (URL A → URL B → URL C). Google kann zwar bis zu zehn Hops folgen, empfiehlt aber maximal drei. Jeder Hop verzögert das Crawling und verwässert das Signal. Und: Leiten Sie niemals pauschal alles auf die Startseite um. Google behandelt solche Massen-Redirects wie Soft-404-Fehler.

Wie lange müssen Weiterleitungen aktiv bleiben?

Mindestens ein Jahr, besser zwei. Bei einem Domain-Wechsel empfehle ich, sie dauerhaft beizubehalten. Google selbst gibt keine offizielle Frist vor, nach der Weiterleitungen entfernt werden können. Solange externe Links auf alte URLs zeigen – und das tun sie oft jahrelang – müssen die Redirects aktiv bleiben.

Phase 3: Content-Audit – Was bleibt, was wird überarbeitet, was geht?

Ein Content-Audit vor dem Relaunch ist keine optionale Fleißarbeit – es ist die Grundlage dafür, dass Sie nach dem Go-Live nicht feststellen, dass Ihre wichtigsten Inhalte verschwunden sind.

Teilen Sie Ihre Inhalte in vier Kategorien auf:

  • Behalten: Seiten mit stabilem Traffic, guten Rankings oder wertvollen Backlinks. Diese werden 1:1 migriert.
  • Überarbeiten: Seiten mit Potenzial, die aber veraltet sind oder zu dünn für ein gutes Ranking. Der Relaunch ist der perfekte Zeitpunkt, um diese Inhalte aufzuwerten.
  • Zusammenführen: Mehrere Seiten zum gleichen Thema, die sich gegenseitig kannibalisieren. Konsolidieren Sie diese zu einer umfassenden Seite.
  • Löschen: Seiten ohne Traffic, ohne Rankings, ohne Backlinks. Weniger Seiten mit höherer Qualität ranken besser als ein aufgeblähtes Sammelsurium.

Meine Erfahrung: Ich habe mich bei meiner eigenen Domain bewusst dagegen entschieden, die Startseite beim letzten Redesign inhaltlich zu kürzen. Der Grund: Als ich testweise Inhalte entfernt habe, brachen meine Rankings ein. Erst als ich den Original-Content wiederhergestellt habe, erholten sich die Positionen. Diese Erfahrung hat meine Haltung bei jedem Kundenprojekt geprägt: Content-Entscheidungen basieren auf Daten, nicht auf Design-Vorlieben.

Phase 4: Technische SEO-Prüfung vor dem Go-Live

Das technische SEO-Audit auf der Staging-Umgebung ist Ihre letzte Verteidigungslinie, bevor der Relaunch live geht. Hier fangen Sie die Fehler ab, die nach dem Launch sofort Rankings kosten würden.

Crawling und Indexierung prüfen

  • robots.txt: Stellen Sie sicher, dass die Staging-Blockierung (Disallow: /) vor dem Go-Live entfernt wird. Ich habe schon Websites gesehen, die wochenlang mit blockierter robots.txt live waren – ohne dass es jemand bemerkt hat.
  • Meta-Robots: Prüfen Sie jede Seitenvorlage auf noindex-Tags. Staging-Umgebungen werden oft mit noindex geschützt – vergessen Sie nicht, das vor dem Launch umzustellen.
  • Canonical-Tags: Jede Seite braucht einen selbstreferenzierenden Canonical-Tag. Prüfen Sie, dass keine Canonicals auf die alte Domain oder Staging-URLs zeigen.
  • XML-Sitemap: Generieren Sie eine neue Sitemap mit allen neuen URLs und reichen Sie diese in der Google Search Console ein.

Interne Verlinkung und Seitenstruktur

Crawlen Sie die Staging-Seite und vergleichen Sie die Ergebnisse mit dem Crawl der alten Website. Achten Sie auf: kaputte interne Links (404er), verwaiste Seiten ohne eingehende Links, veränderte Klicktiefe wichtiger Seiten und fehlende oder falsche Breadcrumbs. Jeder interne Link, der auf einen 404 führt, ist ein Ranking-Signal, das Sie verschenken.

Strukturierte Daten prüfen

Testen Sie Ihre strukturierten Daten mit dem Google Rich Results Test. Bei natur.com habe ich festgestellt, dass die strukturierten Daten komplett fehlten – kein Produkt-Markup, kein Breadcrumb-Schema, nichts. Der Relaunch war dort die Gelegenheit, JSON-LD direkt aus der MySQL-Datenbank zu generieren und sauber einzubinden. Stellen Sie sicher, dass nach dem Relaunch mindestens die gleichen Schema-Typen aktiv sind wie vorher.

Performance und Core Web Vitals

Messen Sie LCP, FID/INP und CLS auf der Staging-Umgebung und vergleichen Sie mit Ihrer dokumentierten Baseline. Ein Relaunch, der die Ladezeit verschlechtert, tauscht ein Problem gegen ein anderes. Mein Rat: Definieren Sie vor dem Relaunch klare Performance-Budgets. Auf meiner eigenen Domain habe ich mich bewusst für Eleventy als Static-Site-Generator entschieden, weil ich damit einen LCP von 1,5 Sekunden und einen Lighthouse-Score von 96 erreiche – Werte, die mit einem aufgeblähten WordPress-Theme kaum realisierbar wären.

Phase 5: Monitoring nach dem Relaunch

Der Go-Live ist nicht das Ende des SEO Relaunches – es ist der Beginn der kritischsten Phase. Die ersten vier bis sechs Wochen nach dem Launch entscheiden darüber, ob Ihre Rankings stabil bleiben.

Was in den ersten Wochen zu tun ist

Tag 1: Reichen Sie die neue XML-Sitemap in der Google Search Console ein. Prüfen Sie die Indexabdeckung. Crawlen Sie die gesamte Live-Seite und vergleichen Sie mit dem Staging-Crawl.

Woche 1–2: Überwachen Sie täglich die Indexierung in der Google Search Console. Achten Sie auf einen Anstieg von 404-Fehlern, Soft-404s und Crawling-Anomalien. Prüfen Sie, ob die wichtigsten Seiten indexiert werden. Ein leichter Ranking-Einbruch in den ersten ein bis zwei Wochen ist normal – Google muss die neue Struktur erst verarbeiten.

Woche 3–6: Vergleichen Sie organischen Traffic Woche für Woche mit dem Vorjahreszeitraum, nicht mit der Vorwoche. Saisonale Schwankungen verfälschen sonst das Bild. Wenn nach sechs Wochen noch deutliche Ranking-Verluste bestehen, müssen Sie aktiv werden: Weiterleitungen prüfen, Content-Qualität überprüfen und technische Probleme ausschließen.

Meine Erfahrung: Als im Februar 2026 die Impressionen meiner Domain um 55 % einbrachen, war intensives Monitoring der Schlüssel zur schnellen Reaktion. Ich konnte anhand der GSC-Daten identifizieren, welche Seiten betroffen waren, und gezielt Maßnahmen ergreifen. Ohne tägliche Überwachung hätte ich den Einbruch erst Wochen später bemerkt – und wertvolle Reaktionszeit verloren.

Die häufigsten SEO-Fehler beim Website-Relaunch

Aus meiner Erfahrung als SEO-Freelancer und aus zwei Jahren E-Commerce-SEO bei Skatedeluxe kenne ich die Fehler, die in der Praxis am häufigsten passieren:

  • SEO wird erst nach dem Design einbezogen. Wenn die Informationsarchitektur steht und die Entwicklung läuft, ist es für strukturelle Korrekturen zu spät. SEO muss ab Tag 1 am Tisch sitzen.
  • Pauschal-Redirects auf die Startseite. Alle alten URLs auf die Homepage umleiten ist genauso schlimm wie gar keine Weiterleitung. Google behandelt solche Redirects als Soft-404.
  • Weiterleitungen zu früh abschalten. Redirects sind kein temporäres Pflaster. Solange Backlinks auf alte URLs zeigen, müssen die Weiterleitungen aktiv bleiben – das kann Jahre dauern.
  • Kein Pre-Launch-Crawl der Staging-Umgebung. Ohne einen vollständigen Crawl vor dem Go-Live fliegen Fehler erst auf, wenn sie bereits Rankings kosten.
  • Content-Entscheidungen nach Bauchgefühl. „Die Seite sieht alt aus" ist kein Grund, einen Blogbeitrag zu löschen, der 200 Besucher pro Monat bringt. Daten schlagen Meinungen.
  • Kein Monitoring nach dem Launch. Viele denken, mit dem Go-Live ist die Arbeit getan. Die Wahrheit: Die kritischste Phase beginnt erst jetzt.

Wann lohnt sich eine SEO-Beratung beim Relaunch?

Nicht jeder Relaunch braucht zwingend externe SEO-Begleitung. Wenn Sie eine kleine Website mit zehn Seiten betreiben, keine URL-Änderungen planen und sich mit Weiterleitungen auskennen, können Sie das selbst umsetzen.

Eine professionelle SEO-Beratung lohnt sich, wenn mindestens eines dieser Kriterien zutrifft: Sie wechseln das CMS oder die Domain, Ihre URL-Struktur ändert sich grundlegend, Sie haben einen Onlineshop mit hunderten oder tausenden Produkt-URLs, Ihr organischer Traffic ist eine relevante Umsatzquelle, oder Ihnen fehlt die Erfahrung mit Weiterleitungen und technischem SEO.

Mein Rat: Rechnen Sie 10–15 % des Relaunch-Budgets für die SEO-Begleitung ein. Das klingt nach einem Posten, den man sich sparen kann – bis Sie ausrechnen, was ein Traffic-Einbruch von 50 % über sechs Monate kostet. Ich habe mich auf Onlineshop-SEO und KMU spezialisiert und begleite Relaunches von der Bestandsaufnahme bis zur Post-Launch-Kontrolle. Wenn Sie einen Relaunch planen und sichergehen wollen, dass Ihre Rankings den Umzug überleben, sprechen Sie mich an.

SEO-Relaunch-Checkliste: Die wichtigsten Punkte auf einen Blick

Hier die kompakte Checkliste zum Abhaken. Jeder Punkt basiert auf den oben beschriebenen Phasen:

Vor dem Relaunch

  • Vollständiges URL-Inventar erstellen (Screaming Frog + GSC)
  • Rankings und Traffic-Daten der letzten 12–16 Monate exportieren
  • Top-20-%-Seiten nach Traffic identifizieren und priorisieren
  • Backlink-Profil exportieren und sichern
  • Technische Baseline dokumentieren (Core Web Vitals, Lighthouse)
  • Content-Audit durchführen: behalten, überarbeiten, zusammenführen, löschen
  • Vollständiges URL-Mapping mit 301-Weiterleitungen erstellen

Vor dem Go-Live

  • robots.txt prüfen (keine Staging-Blockierung mehr)
  • Meta-Robots-Tags prüfen (kein noindex auf Produktivseiten)
  • Canonical-Tags prüfen (keine Staging-URLs, keine alte Domain)
  • Neue XML-Sitemap generieren und testen
  • Alle Weiterleitungen auf der Staging-Umgebung testen
  • Staging-Seite crawlen und mit altem Crawl vergleichen
  • Strukturierte Daten testen (Rich Results Test)
  • Core Web Vitals auf Staging messen und mit Baseline vergleichen

Nach dem Go-Live

  • Neue XML-Sitemap in der GSC einreichen
  • Indexabdeckung täglich überwachen (erste 2 Wochen)
  • 404-Fehler und Crawling-Anomalien sofort beheben
  • Organischen Traffic wöchentlich mit Vorjahr vergleichen (4–6 Wochen)
  • Rankings der Top-Keywords täglich tracken
  • Bei anhaltenden Verlusten nach 6 Wochen: aktiv werden

Häufige Fragen zum SEO Relaunch

Wie lange dauert es, bis sich Rankings nach einem Relaunch erholen?

Bei einem sauber geplanten SEO Relaunch mit korrekten 301-Weiterleitungen sollten sich kurzfristige Schwankungen innerhalb von zwei bis vier Wochen stabilisieren. In vier bis acht Wochen sollten Ihre Rankings das Vor-Relaunch-Niveau erreichen oder übertreffen. Wenn nach acht Wochen noch deutliche Verluste bestehen, liegt in der Regel ein technisches Problem vor – etwa fehlerhafte Weiterleitungen, blockierte Seiten oder verlorene Inhalte.

Brauche ich Weiterleitungen, wenn sich meine URLs nicht ändern?

Wenn Ihre URL-Struktur identisch bleibt und sich nur Design und Technik ändern, brauchen Sie keine Weiterleitungen. Trotzdem ist ein SEO-Audit vor und nach dem Launch Pflicht: Prüfen Sie, ob alle Seiten weiterhin indexierbar sind, ob die interne Verlinkung intakt ist und ob keine technischen Fehler (robots.txt, noindex, Canonical-Tags) eingeführt wurden. Auch ohne URL-Änderungen können Content-Verluste oder technische Fehler zu Ranking-Einbrüchen führen.

Wie riskant ist ein CMS-Wechsel für SEO?

Ein CMS-Wechsel – etwa von WordPress zu Shopify oder umgekehrt – gehört zu den risikoreichsten Relaunch-Szenarien, weil sich dabei fast immer URL-Strukturen, Seitenvorlagen und technische Grundlagen ändern. Das Risiko ist beherrschbar, wenn Sie ein sauberes URL-Mapping erstellen und alle Weiterleitungen serverseitig konfigurieren. Ohne professionelle SEO-Begleitung rate ich von einem CMS-Wechsel ab, wenn organischer Traffic eine relevante Rolle für Ihr Geschäft spielt.

Was kostet die SEO-Begleitung eines Relaunches?

Die Kosten hängen von der Größe und Komplexität der Website ab. Für eine KMU-Website mit 20–50 Seiten sollten Sie mit 10–20 Stunden SEO-Beratung rechnen. Bei meinem Stundensatz von 69 € sind das 690–1.380 € – ein Bruchteil dessen, was ein Traffic-Einbruch von 50 % über mehrere Monate kosten kann. Für größere Projekte oder Onlineshops mit tausenden URLs kalkulieren Sie entsprechend mehr.

Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Relaunch?

Idealerweise in einer ruhigeren Geschäftsphase und unter der Woche (Dienstag bis Donnerstag). Vermeiden Sie den Go-Live vor wichtigen Verkaufsphasen wie Black Friday oder Weihnachten. So haben Sie genug Zeit für Monitoring und Fehlerbehebung, ohne dass ein Problem am Wochenende unbemerkt bleibt.

Fazit: Ein Relaunch ist eine Chance – wenn SEO von Anfang an mitdenkt

Ein Website-Relaunch muss kein SEO-Risiko sein. Bei sauberer Umsetzung ist er eine echte Chance: schnellere Ladezeiten, bessere Core Web Vitals, aufgeräumte Inhalte, modernere Technik. All das kann Rankings verbessern, nicht verschlechtern.

Der Schlüssel liegt in der Reihenfolge: Erst die SEO-Planung, dann das Design, dann die Entwicklung, dann der Go-Live. Nicht umgekehrt. Die Checkliste in diesem Artikel deckt die kritischen Punkte ab, die ich aus meiner Arbeit als SEO Freelancer kenne – inklusive der Fehler, die ich selbst gemacht oder bei Kunden beobachtet habe.

Wenn Sie einen Relaunch planen und sichergehen wollen, dass Ihre Rankings den Umzug überleben: In meiner Fallstudie sehen Sie, wie ich SEO-Projekte von der Analyse bis zur Umsetzung begleite. Oder fragen Sie direkt ein Projekt an – die Erstberatung ist unverbindlich.

SEO Spezialist Julian Balling
Ihr Ansprechpartner:
Julian Balling, SEO-Freelancer

Mein Hintergrund ist nicht Marketing, sondern Softwareentwicklung – ich habe einen Master in Wirtschaftsinformatik. Das klingt auf den ersten Blick ungewöhnlich für einen SEO-Berater, ist aber genau das, was meine Arbeit ausmacht: Ich optimiere nicht nur Inhalte, sondern verstehe den Code dahinter. Wenn ein Lighthouse-Audit technische Probleme zeigt, kann ich sie selbst beheben – statt sie an einen Entwickler weiterzureichen.

Angefangen hat alles mit der Website für den Friseursalon meiner Mutter. Was als Familienprojekt begann, wurde schnell zur Frage: Warum findet niemand die Seite bei Google? Die Antwort darauf hat mich zur Suchmaschinenoptimierung gebracht. Daraus entstand die Zusammenarbeit mit Sanaleo, deren Onlineshop ich aufgebaut und SEO-seitig betreut habe – bis er zu einer tragenden Säule des Firmenumsatzes wurde. Heute gebe ich diese Erfahrung an kleine und mittlere Unternehmen weiter, mit dem gleichen Ansatz, der meine eigene Domain in 9 Monaten von null auf über 100 rankende Keywords gebracht hat.

Zuletzt aktualisiert: 11. April 2026